Kinderklau Hilfe: Viele Eltern sind nicht in der Lage, Hilfe anzunehmen

Kinderklau Hilfe – kaum möglich

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Kinderklau Hilfe - Viele Eltern entwickeln Arroganz
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Viele Eltern entwickeln Arroganz: Kinderklau Hilfe kaum möglich

Eltern hoffen – BEI IHNEN ist alles anders

Ich behaupte nach wie vor: Jedes Kind kann in seine Herkunftsfamilie zurückgeführt werden. (Ob es das sollte, steht auf einem anderen Blatt geschrieben, denn nicht jede Inobhutnahme ist unberechtigt!) Das war 2005 so und ist auch noch beim Kinderklau 2015 so. Wenn die Kinderklau Hilfe durch die Eltern richtig genutzt wird.

Doch in vielen Fällen ist Kinderklau Hilfe schlicht unmöglich. Hauptproblem: Die Eltern. Sie warten zu lange, um aus ihrer anfänglichen Schockstarre zu erwachen oder nehmen erste Anzeichen sich anbahnenden Kinderklaus nicht ernst genug. Sie hoffen, dass es BEI IHNEN nicht so kommen wird.

Insgeheim verurteilen sie dadurch bereits zuvor betroffene Eltern (da muss ja was dran sein – doch BEI IHNEN ist das ja ganz anders!) und stellen sich auf eine bessere Stufe. Erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und in den Besitz eines deutschen Jugendamts übergegangen ist, begreifen sie. Teilweise. Denn sie hoffen immer noch, dass sich BEI IHNEN alles zum Guten wendet. Schließlich ist BEI IHNEN alles anders.

Frisch betroffen wissen sie alles besser. Und sie haben ja einen Anwalt. Der wird schon Kinderklau Hilfe leisten. Und sie haben sich an die Medien gewandt. Auch die werden Kinderklau Hilfe gewähren. Und sie haben dieses und jenes gemacht. Und sie haben Anzeigen erstellt. Und sie haben beim Gericht dies und das gemacht. Ja klar, wir alten Hasen waren auch blöde und faul und haben das nicht auch alle gemacht.

Dabei wissen gerade die alten Hasen, wie das ganze läuft, wer mit wem interagiert und welche Optionen es gibt. Denn WIR haben unsere Kinder zurück!

Wir wissen auch, was noch auf frisch betroffene Eltern zukommen wird. Hören wollen sie das nicht. Sie eigenen sich eine eigenartige Arroganz an. Helfen ist somit kaum möglich.

Kinderklau Hilfe wird nicht angenommen

Es gab ein sehr gut funktionierendes Helfernetzwerk, das sehr viele geklaute Kinder – auf legale Weise – zurück holte. Doch die Zusammenarbeit mit betroffenen Eltern ist mühsam. Der Kampf um und für das Kind ist ein mühsamer Prozess. Kinderklau Hilfe, die zur Rückführung des Kindes führt, basiert auf einer engen Zusammenarbeit. Diese kann nur Früchte tragen, wenn Eltern aktiv mitarbeiten.

In der Realität sieht es ganz anders aus: Helfer kämpfen um und für die Kinder, während die betroffenen Eltern oftmals zum Kegeln gehen, sich ausruhen müssen oder aus irgendwelchen anderen irrelevanten Gründen keine Zeit haben.

Ein sehr gutes und von mir immer wieder erwähntes Beispiel: Man reicht im Erstkontakt ahnungslosen Eltern Quellen zur Information zur Hand. Beim nächsten Kontakt fragt man nach „Hast du das gelesen?“ – Fast immer kommt diese Standard-Antwort:

Nein, hatte noch keine Zeit!

Schon bei der ersten Kontaktaufnahme wissen erfahrene Helfer, ob überhaupt Chancen auf eine fruchtbare Zusammenarbeit im Rahmen von Kinderklau Hilfe vorhanden sind. Viele Eltern geben lediglich ihre Handynummer raus und erwarten selbstverständlich, dass Helfer stundenlange Gespräche ins Mobilfunknetz bezahlen.

Eltern sind nur schwer erreichbar, melden sich während der Zusammenarbeit tagelang nicht oder haben gerade keine Zeit, weil sie den Keller aufräumen müssen. Anstatt konstruktive Gespräche zu führen, heult man Helfern stundenlang die Ohren voll oder erzählt, wie beim Hausputz der Putzeimer umgekippt ist und den Wohnzimmerschrank unterspült hat.

Es wird vergessen, dass die meisten Helfer selbst Betroffene waren. Es ist nicht nötig, UNS zu erzählen, wie es einem als Mutter oder Vater geht. Es wäre wichtig, uns zuzuhören. Von uns zu erfahren, wie man Kinder zurückholt. Denn wir sind diejenigen, die es geschafft haben.

Bei allem Verständnis und allem Engagement in der Kinderklau Hilfe – so etwas ist zum Kotzen und eine Unverschämtheit. Die Helfer bringen sich unentgeltlich viele hunderte, gar tausende Stunden ein, um EINER EINZIGEN Familie bis zur Rückholung des Kindes beizustehen.

Es zählt nicht zu den Aufgaben der Helfer:

  • Telefonkosten, insbesondere Handykosten zu übernehmen
  • den Terminplan nach den Betroffenen auszurichten
  • Falschaussagen zu Gunsten der Betroffenen zu machen
  • die eigene Familie zu vernachlässigen, um sich den Betroffenen zu widmen
  • rund um die Uhr verfügbar zu sein und als Kummerkasten zu fungieren
  • sich anzuhören, wie schlimm das ist, die Kinder der Helfer im Hintergrund zu hören
  • sich permanent unterbrechen und ins Wort fallen lassen zu müssen
  • sich von frisch Betroffenen belehren lassen zu müssen

Noch einmal: Helfer haben viele Jahre Erfahrung, kennen tausende von Kinderklaufällen, waren fast alle selbst betroffen und haben die richtigen Maßnahmen ergriffen! Das Wertvollste, das wir im Rahmen von Kinderklau Hilfe zu geben haben:

Unser Wissen

Unsere Zeit

Unsere Unterstützung bis zur Rückführung

Diese einmalige Chance, wieder Eltern sein zu dürfen und seinen Kindern den dauerhaften Verbleib in der Hand des Jugendamtes zu ersparen sollte man dankbar und effektiv nutzen. Für mich war es letztlich oft die Frage, wie wichtig solchen Eltern ihre Kinder überhaupt sind.

Unzählige Hilferufe betroffener Eltern

Mangelnde Medienkompetenz

Meiner Ansicht nach fehlt es den Eltern an mangelnder Medienkompetenz. Sie setzen endlos lange Berichte auf. Diese wimmeln in nahezu allen Fällen nur so von Rechtschreiben- und Grammatikfehlern. Gut, auch das mag man in einer solchen emotionalen Situation nachsehen.

Mit aller denkbaren Selbstverständlichkeit wird erwartet, dass jemand sich 2-3 Stunden Zeit nimmt, um sich durch eine chaotische Zusammenfassung über 15 und mehr Seiten erstreckend zu wühlen, um sich dann irgendwie die Fakten zusammenzureimen, die für die Kinderklau Hilfe elementar sind. Häufig fehlen Kontaktdaten oder es wird lediglich eine Handynummer angegeben.

Effizient wäre:

  • Eine kurze Zusammenfassung – möglichst eine halbe, maximal eine ganze Seite.
  • Eine emotionslose, dafür aber sachliche Zusammenfassung mit den wichtigsten Infos.
  • Eine Fallschilderung ohne Mutmaßungen und Kraftausdrücke.
  • Kontaktdaten – und dazu gehört auch eine Festnetznummer.
  • Angabe mit Uhrzeit, wann man erreichbar ist.

Außerdem ist es sinnvoll, wenn Eltern nicht mit der Erwartung an Helfer herantreten, dass die Kinderklau Hilfe einzig daraus besteht, „unbedingt Medien einzuschalten“. Würde man sich EINEN Tag Zeit nehmen, um das Internet zu nutzen, könnte man darüber nachdenken, ob

  • die Medien tatsächlich über 40.000 Kinderklaufälle pro Jahr medial aufbereiten.
  • die Medien Eltern ernst nehmen, die keinen Satz ohne zig Fehler auf die Reihe bekommen.
  • irgendein Medium beleidigenden, unsachlichen und vor Kraftausdrücken strotzenden Nachrichten auch nur im Ansatz Gehör schenken.
  • der eigene Fall wirklich SO eine Sensation ist, dass sich Medien darauf stürzen.
  • mediale Aufbereitung eine gute Idee ist. Die Eltern bedenken nicht, wie Medienberichte aufgebaut werden.

Das sind harte Worte, doch mehrere 100.000 Hilferufe in knapp 10 Jahren Kinderklau sind genug Berechtigung, all dies so deutlich anzusprechen.

Ich habe es schon vor 10 Jahren gesagt und wiederhole es in 2015 wieder:

Jedes Kind kann zurückgeholt werden. Wenn die Eltern wollen!

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